
Im Jahr 2026 fand das Dutzenthaler Pfingsttreffen nicht in einem Schutzgebiet statt. Das Thema dieses Treffens waren die Naturschutz-Herausforderungen einer sich stark verändernden Region. Wir betrachteten das Steinkohlerevier zwischen Ruhr und Lippe in Nordrhein-Westfalen - das Ruhrgebiet.
Durch die jahrhundertelange Förderung von Steinkohle hat diese Landschaft enorme Umwälzungen erlebt. Der Bergbau unterhöhlte eine ganze Region. Die Stollen sackten zusammen und verursachten vielfältige Bergsenkungen, die sich inzwischen mit Wasser füllen. Auf der anderen Seite wurden riesige Abraumhalden aufgeschüttet. Bäche und Flüsse änderten die Fließrichtung oder müssen aufwändig zum Vorfluter gepumpt werden. Dazu kommt die erhebliche Zersiedelung durch Städte, Schienen und Straßen.
Mitten darin werden nach der Aufgabe der Kohleförderung und dem Niedergang der Stahlindustrie neue Flächen frei, die nun umgewidmet werden. Die Halden werden wertvolle Sekundärbiotope für Ruderalarten und die Bergsenkungsgewässer werden schnell von Amphibien besiedelt. Teilweise werden Flüsse, wie zum Beispiel die Emscher renaturiert. Auch für die Halden gibt es Konzepte. Aber überall spürt man den Nutzungsdruck durch die bestehende Bebauung, den Hochwasserschutz, die Freizeitnutzung und neuen Bauprojekten, nicht zuletzt der erneuerbaren Energien.
Mit dem Besuch von einem alten Bergwerksstollen auf der Zeche Nachtigall in Witten, Bergsenkungsgewässern in der Kirchheller Heide, der Halde Prosper Haniel, dem Landschaftspark Duisburg und der renaturierten Emscher-Mündung erhielten wir spannende Einblicke in den aktuellen Stand der Transformation. Nicht nur durch die Referenten, auch durch Begegnungen am Rande erlebten wir an diesem Wochenende einen authentischen Ausschnitt aus allen Facetten, Land und Leuten des Kohlen-Potts.
Werbung