9. Dutzenthaler Herbsttreffen - Erneuerbare Energien und Naturschutz (3.-5.11.2017)

Das Thema der Erneuerbaren Energien bewegt die Dutzenthaler*Innen sowohl aus Umweltschutz- als auch aus Naturschutzgründen. Schon im Herbst 2011 beschäftigten wir uns kritisch mit den Auswirkungen von Biogasanlagen auf das Grundwasser und auf die Preise landwirtschaftlicher Produkte. 

Im Herbst 2017 lag der Fokus auf der Energieerzeugung durch Wind und Sonne. Wir erarbeiteten uns spielerisch einen Überblick über den Stromverbrauch in Deutschland und die Entwicklung der Anteile, die durch Wind-, Wasser- und Solarenergie beigetragen werden. Schon bei der Sichtung der Zahlen entstanden Diskussionen über das Spannungsfeld Strom"bedarf", -verbrauch und Einsparmöglichkeiten.

Am Samstag beleuchteten wir die Auswirkungen der Stromerzeugung aus Windenergieanlagen auf Natur und Landschaft. Die Themen Flächenversiegelung, Landschaftserschließung, Licht und Lärm wurden ebenso diskutiert, wie die Kollisionen von Vögeln und Fledermäusen mit den Rotoren. Im Endeffekt wurde klar, dass Windkraft keine absolut saubere Energie ist und auch einen Schaden in den Ökosystemen verursacht.

Die Frage, wie groß dieser Schaden, auch im Vergleich mit anderen Energieformen oder Mortalitätsrisiken ist, wurde ausführlich diskutiert. Es wurde klar, dass die Datenlage zu Populationsgrößen und Tötungen noch immer ungenügend ist. Sascha Maier stellte daher ein Citizen-Science-Projekt des BUND Brandenburg vor, in denen jeder bei einem landesweiten Schlagopfer-Monitoring an Glasscheiben und  Windenergieanlagen mitmachen kann.

Der Themenbereich wurde für unsere direkte Erfahrung mit einem Besuch des Bürgerwindparks in Neustadt/Aisch und des Solarparks Oberlaimbach abgerundet. 

8. Dutzenthaler Pfingsttreffen - Lausitz (3.-5.6.2017)

Das Pfingsttreffen 2017 fand im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft statt. Entsprechend des Themas unseres Herbsttreffens 2016 ging es um große Beutegreifer und hier in der Lausitz vor allem um den Wolf.

Die Unterkunft war das Spreecamp in Neustadt/Lausitz. Neustadt liegt direkt westlich des Tagebaus Nochten, in dem eines der 20 Wolfsrudel in Sachsen lebt. Wir waren also mittendrin. Der Gastgeber des Spreecamps, Naturfotograf Karsten Nitsch, konnte uns aus erster Hand von den ersten Wölfen der Lausitz und spannenden Fangaktionen und Begegnungen mit Wölfen berichten.

Am Samstag stand eine Exkursion mit dem Wolfsbeauftragten der Lausitz, Markus Bathen, an. Wir lernten in direkter Nähe zu einem Rudel die Losung zu erkennen und Spuren zu lesen. Einen Wolf hat natürlich keiner von uns gesehen. Markus Bathen nahm sich abends noch lange Zeit auf alle Fragen rund um den Wolf einzugehen.

Am Sonntag folgte dann eine Bus-Exkursion durch die Königsbrücker Heide. Dieser ehemalige Schießplatz der Sowjetarmee ist seit 1992 völlig sich selbst überlassen. Aus der kahlen Sand- und Heidelandschaft hat sich trotz Verzichtes auf Jagd ein natürlich gewachsener Wald entwickelt. In dem fast 7.000 ha großen Gebiet gestalten u.a. 20 Biberfamilien, 800 bis 2.000 Hirsche und ein Wolfsrudel die Landschaft.

Alles in allem blieb ein starker Eindruck dieser durch den Braunkohletagebau  und Militär so stark beeinflußten aber auch wieder verwilderten Landschaft.

8. Dutzenthaler Herbsttreffen 2016 - Wolf, Luchs und Bär

Das Dutzenthaler Herbsttreffen 2016 stand unter dem Zeichen der Rückkehr der großen Beutegreifer in Deutschland und Mitteleuropa. Wolf, Luchs und Bär waren eigentlich nie ganz aus Europa verschwunden. Durch die europäische Naturschutzgesetzgebung haben diese aber eine Chance bekommen sich wieder in die genutzte Kulturlandschaft auszubreiten.

Im Erfahrungs- und Erkenntnisaustausch untereinander wurde schnell klar, dass die drei Arten ökologisch sehr unterschiedlich sind, im Umgang des Menschen mit diesen Arten aber ähnliche Vorbehalte und Sorgen bestehen.

Rebecca Öchslein, beim Landesamt für Umwelt in Bayern für das Wolfsmanagement zuständig, lieferte in einem Referat eine aktuelle Darstellung der Bestandessituation und Ausbreitung. Der Umgang mit dem Phänomen, dass wieder große Beutegreifer die Landschaft bevölkern, stellt die Tierhalter, den Naturschutz und die zuständigen staatlichen Stellen vor Herausforderungen. Rebeccas exzellente Kenntnis über den Herdenschutz, angereichert mit Erfahrungen aus Spanien und Rumänien zeigte Lösungswege zu einer Koexistenz zwischen Tierhaltern und dem Wolf.

Nachmittags berichtete der Wolfs-Experte Detlef Klein aus Baden-Württemberg über die Ökologie des Wolfes, Bestandsentwicklungen und dem Umgang mit Ressentiments. Im Ergebnis wurde klar, dass eine stabile Population von Luchsen und Bären in Deutschland stark von dem Wohlwollen des Menschen abhängig sein wird. Der Wolf dagegen ist aufgrund der starken Reproduktionsfähigkeit ein Fakt mit dem man sich auf Dauer in allen Landesteilen Deutschlands auseinander setzen werden muss. Ein konfliktarmes Miteinander ist nach den Ausführungen von Rebecca und Detlef möglich, wenn die Betroffenen die Existenz dieser Art grundsätzlich akzeptieren.

Es wird sich zeigen in welchen Bereichen die Dutzenthaler in ihrem Alltag mit dem Phänomen konfrontiert werden. Als Vermittler können wir mit den gewonnenen Erkenntnissen sicher dazu beitragen, dass Konflikte im angemessenen Rahmen diskutiert und gelöst werden.

7. Dutzenthaler Pfingsttreffen 2016 - Flusslandschaft Elbe

Das Pfingsttreffen 2016 stand, wie das vorangegangene Herbsttreffen, unter dem Stern der Flussauenrenaturierung.

Im Biosphärenreservat "Niedersächsische Elbtalaue" trafen wir mit Tobias Keienburg einen Mitarbeiter der Biosphärenreservatsverwaltung. An verschiedenen Exkursionspunkten an der Elbe erläuterte er uns die vielfältigen Aufgaben der Verwaltung von der Tourismuslenkung bis zu den Möglichkeiten der Einflussnahme bei den geplanten Ausbaumaßnahmen im niedersächsischen Teil der Elbe.

Ein weiterer Programmpunkt waren auch ganz praktische Naturschutzmaßnahmen, wie der Amphibienschutz. In Neu-Darchau durften wir das von Florian Bibelriether betreute Wiederansiedlungsprojekt für Knoblauchkröten und Rotbauchunken inklusive der Nachzuchtstation am Hause Bibelriether besichtigen.

Am Sonntag besuchten wir in Preten im Amt Neuhaus die Stork Foundation, die sich als eine kleine Naturschutzstiftung für den Schutz der Störche engagiert und mit einem Beweidungsprojekt die typische Kulturlandschaft der Mittleren Elbe bewahrt. Auch hier konnten wir erfahren, dass es auch heute noch heftige Konflikte zwischen den Befürwortern frei fließender Flüsse und natürlich überschwemmter Auen auf der einen Seite und über den Hochwasserschutz besorgten Anwohnern und landwirtschaftlichen Betrieben auf der anderen Seite gibt.

Das Wochenende im Wendland lieferte insofern spannende Einblicke in eine relativ dünn besiedelte und reich ausgestattete Landschaft mit ihren Besonderheiten und ihrer Geschicht sowie Ausblicke in die Zukunft dieses Naturraumes.

Alternatives 7. Herbsttreffen 2015 im Februar 2016

Da Schloß Dutzenthal im Herbst 2015 baubedingt nicht verfügbar war, holten wir unser Treffen im Februar 2016 nach.

Im Mittelpunkt stand dieses mal der Naturschutz an Flüssen und dessen Umsetzung. Gisela informierte aus bayerischer Perspektive über die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie. In Kleingruppen erarbeiteten wir eigene Ideen und Perspektiven, wie die naturnahe Gestaltung der Flüsse besser in Fahrt kommen könnte.

In Vorbereitung auf das Pfingsttreffen an der Elbe informierte Sascha über den drohenden Ausbau der mittleren Elbe für die Schifffahrt und der Folgen für das Auenökosystem.

In der Mittagspause am Samstag trafen wir erneut Dr. Kornder vom ökologischen Jagdverband Bayern und besichtigten die neuen Dämme des Bibers von Dutzenthal und hörten die ersten Feldlerchen auf den Äckern. Abends rief draußen der Uhu und im Kaminzimmer entwickelten sich spannende Gespräche über Ökosystemdienstleistungen und Inwertsetzung von Natur bis tief in die Nacht.

 

6. Dutzenthaler Pfingsttreffen im NLP Schwarzwald (22.-25.05.2015)

Das Pfingsttreffen fand in 2015 im frisch gegründeten Nationalpark Nordschwarzwald statt. Vor Ort wollten wir uns über die naturräumlichen Gegebenheiten, die Historie der Gebietsfindung und den Start in den Nationalparkalltag informieren. Selbstverständlich sind auch die vielen Diskussionen und Konflikte, die mit der Ausweisung einhergingen noch sehr präsent gewesen.

Gleich am ersten Abend gab es lebhaften Austausch mit dem Leiter eines Forstbetriebes am Rand des Nationalparkes, der über zwei Stunden in einer sachlichen Diskussion seine Kritik am Nationalpark und dem Verhalten der Politik und Verwaltung äußerte.

Am Samstag besuchten wir unter Leitung einer Naturführerin des Nationalparkes einige besondere Ecken des Nationalparkes, so die Hornisgrinde und den Bannwald am Wilden See. Ein ehemaliger Förster des Stadtwaldes Baden Baden und Nationalpark-Befürworter erklärte uns auf dem Luchspfad sein Verhältnis zum Nationalpark.

Nach zwei Tagen zwischen Fichten und Buchen, Schwarzwaldhochstraße, Skipisten und einsamen Hangmooren hatten sich viele Gedanken und Perspektiven zu diesem Nationalpark entwickelt. Wir werden die Entwicklungen der Natur und auch der Anwohner, Nutzer und Touristen in Zukunft mit Spannung verfolgen.

 

6. Dutzenthaler Herbststeffen 2014

Das Dutzenthaler Herbsttreffen vom 7. Bis 9. November fand dieses Jahr wieder auf Schloss Dutzenthal statt. Im Mittelpunkt standen wir selbst. In dem „Strategietreffen“ ging es darum uns selbst zu definieren und Meinungen zu unseren Wünschen und Zielen sowie unseren Möglichkeiten zusammenzutragen.

Nach nunmehr fast 6 Jahren seit Bestehen des Netzwerkes wollten wir uns selbst reflektieren und orientieren. Dazu haben wir mit Thorsten und Ingo zwei erfahrene Helfer eingeladen, die uns mit Ihren Erfahrungen zu Netzwerkgründungen aber auch in der Gruppenmoderation sehr hilfreich waren.

Eingeschworener Club oder offene Begegnungsplattform, Diskussionsgruppe oder engagierte Aktivisten, loses Netzwerk oder Verein waren nur einige Pole um die sich die Gespräche drehten. Dabei wurde teilweise heiß diskutiert.

Unsere Referenten konnten aber sehr schnell konstatieren, dass wir uns alle als Gruppe und Freunde so wichtig sind, dass wir das Netzwerk auf jeden Fall zusammen weiter in die Zukunft führen wollen. Wir werden weiterhin eine jährliche Exkursion in ein Großschutzgebiet machen und uns im Herbst mit einem Naturschutz-Thema beschäftigen. Darüber hinaus wollen wir aktiv um neue Teilnehmer sowohl aus den Nationalpark-Fördervereinen als auch aus ganz anderen Berufsgruppen werben. Die wichtigste Funktion des Netzwerks soll die Weiterbildung in Naturschutz-Themen und die Vernetzung von vielen unterschiedlichen Akteuren bleiben.

Weitere Aktionen können aus den einzelnen Teilnehmern erwachsen. So sind konkrete Aktionen, praktische Naturschutzeinsätze oder auch eine Wiederbelebung der Dutzenthaler Begegnungen weiterhin denkbar. Das Dutzenthaler Netzwerk bietet dafür aber zunächst nur die Kommunikationsplattform und dient als kompetente Wissensbasis.

Für die Zukunft haben wir beschlossen, die anfallenden Aufgaben im Netzwerk an einige Verantwortliche zu verteilen, unsere Ideen und Strategien regelmäßiger zu besprechen und auch die neuen Mitglieder mit ihren Ideen und Anregungen stetig einzubinden. Und so sehen wir uns Pfingsten 2015 mit einigen neuen und vielen bekannten Gesichtern sowie frischen Ideen dahinter im Neuen Nationalpark Nordschwarzwald wieder.

5. Dutzenthaler Pfingsttreffen Nationalpark Sächsische Schweiz (6.-9. Juni 2014)

8. – 10.11.2013 Herbsttreffen in Dutzenthal

Thema: Ökologische Jagd: Eine zeitgemäße Jagd?

Pfingsten 2013, 17. – 20. Mai 2013: Treffen des Dutzenthaler Netzwerks im NP Unteres Odertal

Herbstreffen 2012: "Wiederansiedelungsprojekte: Möglichkeiten und Grenzen", Dutzenthal, 2. - 4. November 2012

  • Referat von Sascha Maier: "Wiederansiedlung von Arten. Zusammenarbeit IUCN und WAZA"
  • Referat von Horst Schwemmer (Bund Naturschutz):
  • Referat von Max Reinhart (Tiergarten Nürnberg):
  • Exkursion zum Beweidungsprojekt Tennenloher Forst, Führung von Wiebkea Bromisch

Frühjahrstreffen 2012: "Nationalpark Bayerischer Wald und Nationalpark Sumava", St. Oswald/Prasily, 27. April - 1. Mai 2012

  • Eisenmannhaus und Baumwipfelpfad
  • Exkursion zum Seelensteig, Führung von Hans Bibelriether (ehemaliger Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald)
  • Wanderung zum Lusen
  • Exkursion Sumava

Herbstreffen 2011: "Bioenergie - Tank oder Teller?", Dutzenthal, 10. - 13. November 2011

  • praktische Naturschutzmaßnahme: Teichrenaturierung
  • Referat von Karin Eigenthaler (Bund Naturschutz, NEA)
  • Referat von Erwin Attenberger (Bayerisches Landesamt für Umwelt): "Biogasanlagen und Grundwasserschutz"
  • Exkursion zu einer Biogasanlage bei Simmershofen/Landkreis NEA.

Sommertreffen 2011: "Nationalpark Eifel", Ahrdorf. 15. - 17. Juli 2011

  • Referat Markus Thies (Freiberufler/NABU) Vortrag über Fledermäuse und anschließende Exkursion zu deren Habitat
  • Referat Oliver Krischer (Vorsitzender des Fördervereins Nationalpark Eifel und MdB) einen sehr guten und hier und da auch kritischen Vortrag zum Nationalpark.
  • Exkursion durch Robert Schallehn in den Nationalpark (ehemaligen Ordensburg Vogelsang, Wollseifen)

Herbsttreffen 2010: "Regionalvermarktung und Naturschutz", Dutzenthal, 3. - 7. November 2010

  • praktische Naturschutzmaßnahme: Renaturierung des Oberen Seegrabens und Bau einer Eidechsenmauer aus Sohlschalen
  • Referat von Karin Eigenthaler (Bund Naturschutz, NEA):
  • Referat von Doktorand von Prof. Job in Würzburg über Wertschöpfungsketten bei regionaler Vermarktung
  • Referat von Dirk Andresen (Weidelandschaften e.V.)
  • Exkursion zu Johannes Buchner, der inzwischen damit begonnen hat Qualitätsschweinefleisch in Freilandhaltung zu produzieren.
  • Exkursion in pot. Nationalpark Steigerwald (Ulla Reck)

Frühjahrstreffen 2010: "Nationalpark Hainich und Waldhessen", Forsthaus Triesch, 13. - 16. Mai 2010

  • Exkursion in Nationalpark Hainich mit Nationalparkleiter Manfred Großmann, Thiemsburg, Baumkronenpfad
  • Exkursion durch Mitarbeiter der UNB
  • Konstatin Kirsch, Naturbauten

Wintertreffen 2009: "Init-Treffen", Dutzenthal, 11. - 13. Dezember 2009

  • Planung weiter Dutzenthaler Begegnungen und Beginn des Netzwerkes

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